Die Flunder

 

 

 

 

 

 

 

Ein der Scholle in mancher Bezeichnung ähnlicher Plattfisch ist die Flunder (Platichthys flesus). Ihr Verbreitungsgebiet überdeckt sich vielfach mit dem der Scholle, ist aber ausgedehnter, weil die Flunder weit salzärmeres Wasser vertragen kann als die Scholle. So ist die Flunder sowohl in der östlichen Ostsee als auch in vielen Brackwassergebieten unser Küste verbreitet - und zwar auch dort, wo die Scholle längst fehlt; sie wird in Flussmündungsgebieten vereinzelt bis in reines Süßwasser angetroffen.

Die Flunder ist äußerlich gekennzeichnet durch ihre deutlich rauhe Haut, die besonders entlang der Seitenlinie mit dornigen Warzen besetzt ist. Die Flunder ist von schmalerer Gestalt als die Scholle, dafür aber meist dickfleischiger. Die Färbung der Flunder ist noch variabler als die der Scholle. Der Fisch kann sich in Minutenschnelle einem veränderten Untergrund anpassen und dessen Struktur und Färbung in der Zeichnung der Augenseite vollendet nachahmen. So ist auch bei klarem Wasser eine auf dem Grund liegende Flunder meist nur zu entdecken, wenn sie sich bewegt. Rötliche Flecken auf der Haut der Augenseite können vorhanden sein. Die Blindseite der Flunder ist weiß, mitunter auch teilweise gescheckt. Etwa zwei Drittel aller Flundern sind "Rechtsflundern".

Die Flunder erreicht in der Ostsee gleichfalls Größen von 40 cm und mehr, doch ist der Durchschnitt wesentlich kleiner.

Die Fortpflanzung des Fisches fällt in das zeitige Frühjahr; in der östlichen Ostsee kann sie bis in den Sommer hinein dauern. Die schwebenden Eier quellen in salzärmeren Wasser auf, wodurch ihr Auftrieb vergrößert wird und sie auch noch in solchen Gebieten entwicklungsfähig bleiben, wo beispielsweise die Eier der Scholle bereits absinken und verderben würden. Die Ernährungsweise der Flunder gleicht der der Scholle; auch bei ihr stellen Würmer, Krebstiere und Muscheln oder Schnecken den Hauptteil der Nahrung. Mehr als bei der Scholle ist bei der Flunder aber auch die Neigung zum Erjagen von kleineren Beutefischen (vor allem Grundeln, Tobiasfische und auch kleinere Heringe) vorhanden.

Gleich der Scholle ist die Flunder besonders in der Nacht aktiv und geht dann auf Nahrungssuche, während sie am Tage oft längere Zeit im Sande vergraben stilliegen kann. Wir finden Flundern häufiger im flachen Wasser der Strandzone als Schollen, dafür ist der Fisch in Tiefen über 25m weniger häufig. Die Flunder verlässt - wie die Scholle - bei Eintritt kalter Witterung im Spätherbst die flacheren Gewässer und sucht während des Winters im Tiefen wärmeres Wasser auf.    

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