Hecht

Der Hecht (Esox lucius) lebt als Standfisch in den Uferregionen sowohl krautreicher, klarer Seen als auch stehender und langsam fließender Gewässer. Er ist in den Seen und Fließgewässern Schleswig - Holsteins regelmäßig anzutreffen. Fischereibiologen gehen jedoch davon aus, dass die Vernichtung der Laichbiotope durch Überdüngung, Gewässerverbau Wasserstandsregulierung bzw. - absenkung vielfach nur noch eine eingeschränkte oder gar keine Vermehrung mehr zulässt.

Im Frühjahr (Feb. bis Mai) wandern die Hechte zu den Laichplätzen. Die klebrigen, rötlich braunen Eier (etwa 40.000 pro kg Körpergewicht; 2,5 - 3 mm Durchmesser) werden an Pflanzen abgelegt. Die Laichablage erfolgt in mehreren Portionen und kann sich über 4 Wochen erstrecken. Nach ca. 2 - 4 Wochen schlüpfen die 6 - 8 mm großen Larven, die sich bis zur Verzehrung des Dottersackes mit Hilfe einer Kopfdrüse an geeigneten Pflanzen festheften.

Anschließend ernähren sich die jungen Hechte für kurze Zeit von Plankton und kleinen wirbellosen Tieren, um dann ab einer Länge von 4 - 5 cm Fische zu jagen. Sie können unter guten Bedingungen schon im ersten Lebensjahr eine Länge von 30 cm erreichen. Mit zunehmender Größe sind sie auch in der Lage, Frösche und junge Wasservögel zu erbeuten. Während weibliche Hechte eine Endlänge von bis zu 1,30 m erreichen können, bleiben die Männchen im Allgemeinen deutlich kleiner. Im Alter von 2 - 3 Jahren werden die Männchen, mit 3 - 4 Jahren die Weibchen geschlechtsreif, das Höchstalter liegt bei etwa 30 Jahren.

Der erwachsene Hecht lebt als Einzelgänger, je nach Alter und Gewässerbeschaffenheit, in unterschiedlich großen Revieren. Die Anzahl der Hechte im Gewässer hängt bei ausreichender Vermehrung nicht von der Gewässergröße, sondern von der Anzahl geeigneter Unterstände ab. Gewässer mit größerer Strukturvielfalt bieten folglich vielen Hechten einen Lebensraum, strukturarme Gewässer hingegen nur wenigen. In der Ostsee kann der Hecht bis zu einem Salzgehalt von 1 Promille vorkommen.    

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