Rotfeder

Die Rotfeder ( Scardinius erythrophthalmus) kommt nicht so häufig vor wie die anpassungsfähigere Plötze. Sie bevorzugt verkrautete, warme Seen, Altwässer, Teiche und größere Fließgewässer mit schlammigem Grund. Die in solchen Lebensräumen auftretenden hohen Wassertemperaturen und Sauerstoffmangel beeinträchtigen die Rotfeder im Gegensatz zu anderen Weißfischen kaum. In diesen Gewässern ernähren sich die Jungfische zunächst von Plankton. Später aber bevorzugt die Rotfeder pflanzliche Nahrung wie Laichkraut, Tausendblatt und Wasserpest. Im Gegensatz zu anderen einheimischen Fischarten können Rotfedern pflanzliches Material gut verwerten. Die Pflanzen werden von ihren Schlundzähnen in kleine Stücke zermahlen, so dass Verdauungsenzyme effektiver wirken können. Die Rotfeder ist somit die einzige heimische Fischart, die Wasserpflanzen und Algen in einem Gewässer reduzieren kann.

In der Zeit von April bis Mai sucht die Rotfeder in Schwärmen bewachsene Uferstellen auf. Hier werden die klebrigen, ca. 1,5 mm großen Eier (100.000 - 200.000 pro Weibchen) an Wasserpflanzen geheftet. Da die Rotfedern gelegentlich mit anderen Weißfischen ablaichen, kann es zu Bastardierungen kommen. Nach ca. 3 - 10 Tagen schlüpfen die Larven und heften sich mit Hilfe einer Klebedrüse an Wasserpflanzen. Dort verharren sie so lange, bis ihr Dottersack aufgezehrt ist. Nach dem 4. - 5. Lebensjahr wird die Rotfeder geschlechtsreif.

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